Lebensbegleiter und Ehemann von Jane Roberts, Künstler und Autor, hat stets Seths Diktate mit einer selbstentwickelten Kurzschrift mitgeschrieben. Man könnte sagen, daß er weitaus intensiver mit den Worten Seths vertraut war als Jane selbst, da sie sich nach einer Sitzung kaum an die Worte Seths erinnern konnte. Oft gab Robert ihr die Sitzung zu lesen,damit sie sich ein Bild davon machen konnte, was gerade das aktuelle Thema gewesen ist. Nach Janes Ableben im Jahre 1984 hat Robert die restlichen Materialien zusammengetragen und veröffentlicht und viele Jahre später entschloss er sich dazu, sämtliche Sitzungen mit Seth in ungekürzter und unverblümter Form in vermutlich 10 Bänden zu veröffentlichen. Gegenwärtig sind in der Schweiz sechs Bände veröffentlicht worden.Ein Auszug aus einem der sechs bisher übersetzten Bände "Die Frühen Sitzungen":

SITZUNG 40

1. APRIL 1964, 21:00 UHR, MITTWOCH

(Vor einigen Tagen hatten Jane und ich uns eine andere Wohnung angeschaut, die viel größer als unsere und auch viel teurer war. Sie mochte sie, aber aus irgendeinem Grund fand ich es besser, sie nicht zu nehmen. Sie gehört einem der Mitarbeiter Janes in der Kunstgalerie. Ich persönlich würde es vorziehen, wenn der nächste Umzug in ein eigenes Haus in einen Vorort oder auf dem nahegelegenen Land stattfinden würde.

Um 20:45 Uhr wachte Jane sehr erfrischt von ihrem Nickerchen auf Sie fragte mich, ob ich mein Studio mit ihr teilen würde und natürlich stimmte ich zu, da ich ihr diese Möglichkeit schon vor einiger Zeit angeboten hatte. Ihr Schreibtisch und ihre Bücher beanspruchen nicht viel Platz. Jane war über diese Idee so begeistert, dass sie sogar vergaß, vor der Sitzung nervös zu sein.

Und natürlich fühlten wir uns beide inzwischen besser, da wir uns mittlerweile etwas an unseren neuen Stundenplan gewöhnt hatten. Als die Sitzung begann, döste Willy friedlich auf dem Sofa weiter. Jane ging in normalem Tempo umher, ihre Augen verdunkelten sich wie gewöhnlich und ihre Stimme wurde leicht heiser.)

Guten Abend.

(„Guten Abend, Seth.“)

Es freut mich zu sehen, dass sich die Stimmung gebessert hat. Ich hatte heute Abend vorsorglich schon mal einen Blick in eure Wohnung geworfen und mich bestürzt, verängstigt und entsetzt wieder zurückgezogen.

(„Wieso das denn?")

Nun ja, ganz sicher würde ich nicht wollen, dass Ruburt mit Möbeln nach mir schmeißt. Natürlich versteht ihr, dass ich hier nur von gespieltem Entsetzen spreche. Wenn Ruburts Groll schließlich ausbricht, dann ist es für mich besser, nicht anwesend zu sein.

(„Das Gleiche gilt für mich.“)

Da hast du sehr recht. Die Lösung, auf die ihr gekommen seid, ist ausgezeichnet und ich hatte nichts mit ihr zu tun, da ich beschlossen habe, dass es für mich viel sicherer ist, von nun an solche Entscheidungen euch selbst zu überlassen. Aber Spaß beiseite diese jüngste Idee müsste wirklich ausgezeichnet sein und ich hätte sie ja auch selbst vorgeschlagen, aber ich konnte nicht zu Ruburt durchkommen. Er machte sich beim Gedanken, irgendwelchen Raum von dir zu beanspruchen, ein schlechtes Gewissen und dieses schlechte Gewissen machte ihn wütend.

Ich bin sehr zufrieden; ihr werdet davon profitieren, wie auch von den anderen in Betracht gezogenen Änderungen eurer Wohnsituation, einschließlich der Methode, wie der hintere Raum ganzjährig benutzt werden kann. Der Groll hatte viel mit Ruburts Gepolter zu tun. Er war nicht gegen dich gerichtet, Joseph, sondern entstand, weil er sich dafür schuldig fühlte, nicht zufrieden zu sein. Wenn ihr beabsichtigt, für eine bestimmte Zeit zu bleiben, wo ihr seid, dann tätet ihr gut daran, das äußerste aus eurer Wohnung herauszuholen und die in Betracht gezogene Vergrößerung wäre sehr vorteilhaft.

Übrigens teile ich Ruburts Verärgerung über euren fetten Nachbarn und bevor ich fertig bin, werde ich noch einige Geschichten über ihn zu erzählen wissen.

(Diese Bemerkung betrifft die neuen Mieter, die in die Wohnung der zweiten Etage unseres Nachbarhauses eingezogen sind. Obwohl eine ziemlich große Rasenfläche unsere beiden Häuser trennt, ist unser neuer Nachbar sehr gut sichtbar, wenn er im Unterhemd vor seinem Panoramafenster hin und hergeht. Jane findet, dass das schlechte Manieren sind.)

Die notwendigen Veränderungen, derer ihr beide bedürft, können in eurer gegenwärtigen Wohnung angegangen werden, indem ihr eure Küche vergrößert und falls ihr nicht aufs Land ziehen könnt, würde ich euch raten, gar nicht umzuziehen. Natürlich möchte ich, dass ihr euch so sicher und wohl wie nur möglich fühlt und dies ganz einfach aus dem Grund, da so auch die Sitzungen besser vonstatten gehen.

Die beiden Änderungen die eine im hinteren Bereich der Wohnung und die andere in eurer Küche werden euch beide in großem Maße für längere Zeit zufrieden stellen und sind auch daher wünschenswert, weil sie nicht einen ganzen Rattenschwanz erzwungener Veränderungen der täglichen Abläufe nach sich ziehen. Ich bin sicher, dass ich dazu jetzt genug gesagt habe.

Wie gesagt, beinhaltet der sechste innere Sinn etwas, das mit dem, was ihr Instinkte nennt, verglichen werden kann, außer dass es sich um eine Eigenschaft des inneren Selbst handelt. Betrachtet eine Spinne, die ein Netz spinnt. Das Netz ist ein Camouflage Muster, dass definitiv auf eurer Ebene existiert. Hierbei gebraucht eure einfache Spinne ihren sechsten Sinn, denn diese Sinne sind auch die latenten Eigenschaften anderer Lebewesen und nicht nur auf die Menschheit beschränkt.

Was ihr bei der Handlung der Spinne vor euch habt, ist fast eine Demonstration des sechsten inneren Sinnes in beinahe reiner Form. Die Spinne hat weder einen Intellekt noch ein äußeres Ego und ihre Manipulationen stellen das direkte Ergebnis von Aktivitäten dar, die durch den reinen und spontanen Gebrauch der inneren Sinne hervorgebracht werden. Sie sind in einem großen Maße unbehindert und nicht verschleiert.

Nicht alle inneren Sinne werden auf jeder Ebene im gleichen Ausmaß angewandt. Viele Ebenen sind dazu bestimmt, den Gebrauch von einem oder zwei der wichtigsten inneren Sinne zu trainieren. Mir hat die Analogie mit der Spinne und ihrem Netz gefallen, weil sie ein so einfaches und unkompliziertes Beispiel für eine Camouflage Konstruktion darstellt, die von Zwischenstufen wie dem Ego oder von Instrumenten losgelöst ist.innewohnend und ich wiederhole: Innewohnend sowohl der Spinne als auch dem Menschen ist das völlige Verständnis oder eher das Verständnis durch unmittelbare Erfahrung des Universums in seiner Gesamtheit. In ihrer besonderen Existenz ist sich die Spinne nicht all dieses Wissens gewahr, aber sie gebraucht davon, was nötig ist, um ihr Netz herzustellen. Sie erfährt unmittelbar. Natürlich besteht hier kein "Ich" Bewusstsein, aber trotzdem zeigt sich ein direktes Bewusstsein der innigsten Art.

Gebt der Spinne ein Ego und einen Intellekt und ihr werdet sehen, wie sich das Bild verändert. Diese würden es ihr zwar ermöglichen, ihren Bewusstseins und Aktivitätsbereich zu vergrößern, aber gleichzeitig würden auch Hindernisse errichtet werden, sodass die Netzkonstruktion nicht länger weder als direkt, soweit es ihre Quelle betrifft, noch als spontan erscheinen würde.

Ihr erschafft eure eigene Camouflage Existenz so wie die Spinne ihr Netz erschafft, ihr seid euch aber der Fäden nicht bewusst. Ihr versteht nicht, dass sie eurem Inneren entstammen, obwohl es sehr leicht ist, darüber zu lächeln, wenn die bescheidene Spinne ihr Netz webt. Das Gebilde der Spinne ist streng auf eine Ebene begrenzt, aber das ist bei euren Gebilden nicht der Fall; sie können gleichzeitig auf vielen Ebenen und auf euch unvertraute Arten über eine Realität verfügen.

Es sollte offenkundig sein, dass obwohl eine Idee in einem zeitlichem Rahmen geboren wird, sie nach ihrer Konzeption auf eine Weise von der Zeit befreit ist, in der das Netz einer Spinne niemals von der Zeit befreit sein kann. In dem Ausmaß, in welchem eine Konstruktion als Camouflage existiert, ist sie auch an physikalische Gesetze gebunden und entsprechend verletzlich.

Wenn Energie dermaßen in die physikalische Konstruktion eingeschlossen oder fokussiert ist, dass eine Konstruktion auf eurer Ebene erscheint, obwohl sie noch nicht ganz fertiggestellt und in einigen Aspekten unvollständig ist, so ist in diesem Ausmaß die Idee hinter der Konstruktion nicht an physikalische Gesetze gebunden.

Ich schlage eine kurze Pause vor.

(Pause um 21:31 Uhr. Jane war ziemlich stark dissoziiert gewesen. Zum Zeitpunkt der Pause war ihre Durchgabe sehr bedächtig geworden und wies einige Unterbrechungen auf. Ihre Stimme war normal. Die Umstände blieben sich gleich, als sie um 21:36 das Diktat wieder aufnahm.)

Die Gewebekapsel, von der ich früher gesprochen habe, umgibt jedes lebende Bewusstsein. Bis zu einem gewissen Grad könnte es mit einer Extraschicht von Haut verglichen werden, die den physischen Körper umgibt, außer dass sie auf eurer Ebene nicht in der gleichen Weise gebildet worden und unter gewöhnlichen Umständen für euch nicht sichtbar ist.

Eigentlich handelt es sich um eine Feld , das heißt um eine Energiefeld Grenze. Sie beschützt das innere Selbst, indem sie als Schranke fungiert, welche die Energie des Gesamtselbst unter Kontrolle hält und sie davor bewahrt, zu versickern. Gleichzeitig beschützt sie das Gesamtselbst vor bestimmten Strahlungen, die euch aber hier nicht betreffen. Kein lebendes Bewusstsein existiert auf irgendeiner Ebene ohne von dieser Gewebekapsel eingefasst zu sein.

Natürlich ist die Kapsel auf keiner Ebene solide. Für einige Bewohner anderer Ebenen, die Zugang auf eure Ebene haben, ist alles, was sie von euch sehen können, diese Kapsel, da solche Bewohner mit eurer speziellen Art von Camouflage-Konstruktionen keine Erfahrungen gemacht haben. Daher sind eure Camouflage-Muster unsichtbar für sie, die Gewebekapseln aber nicht.

Diese Kapseln können unter bestimmten Umständen von euch gesehen werden und sind auch schon Astralkörper genannt worden ein Ausdruck, der nicht unbedingt meinen Gefallen findet. Ich möchte die Tatsache nochmals wiederholen, dass in vielen Fällen, aber mit Ausnahmen, Gedanken, die auf eurer Ebene noch nicht völlig ausgeformt worden sind, nicht nur große Kraft besitzen, sondern auch von den Wirkungen der physikalischen Gesetze weniger beeinflusst werden. Der Gedanke verfügt dann über größere und mannigfaltigere Ausdrucksmethoden und verschiedene Konstruktionen können ausprobiert werden. Ich habe die Vorteile eines Gemäldes gegenüber einer Skulptur bereits erwähnt und auch ein noch nicht völlig ausgeformter Gedanke kann zusätzliche Ausdrucksformen finden.

Das soll aber nicht heißen, dass nicht nach Perfektion gestrebt werden sollte. Natürlich ist es gar nicht möglich, sie zu erlangen, aber das Unvollendete lässt Raum für eine Weiterentwicklung des Gedankens und der Gedanke ist dann nicht eingeschränkt.

Das Portrait, das du der Galerie geschickt hast, ist plastisch. Es fährt fort zu wachsen. Es ist nicht völlig einer komplett entwickelten Camouflage ausgeliefert. Das Gesamtselbst ist auf eurer Ebene niemals völlig fertig entwickelt. Bestenfalls kann es sich hie und da ausdrücken. Schon nur aufgrund dessen, was sie ist, macht es eine Camouflage Ebene dem Gesamtselbst unmöglich, sich auszudrücken. Aus einem bestimmten Grund gibt es während einer bestimmten Zeit eine fast hypnotische Energiefokussierung.

Das innere Selbst ist immer da. Ihr seid euch seiner auf die gleiche Art immer bewusst, wie ihr euch dessen bewusst seid, was während einer Trance geschieht. Das ist schon wieder eine ausgezeichnete Analogie, wenn ihr erlaubt, dass ich mir selbst auf die Schulter klopfe.

Der sechste Sinn gehört zu den grundlegenden und er macht den Gebrauch der anderen möglich. Die Menschheit verwechselt ihn oft und nennt ihn dann Instinkt. Nur das angeborene Wissen ist es, das die Beeinflussung von Energie von einer Form in eine andere ermöglicht und ihr macht ständig davon Gebrauch. Die Spinne ist mit ihr in ihrer reinen Form vertrauter als ihr es seid. Das heißt, als es die Menschheit ist.

Dies ist der Sinn, der euer physisches Wachstum lenkt und der die Zellen eures physischen Körpers formt und ständig euer Körpergewebe verändert.

Ich schlage eine kurze Pause vor.

(Pause um 22:02 Uhr. Jane hatte denselben Grad von Trance erlangt wie während des ersten Monologs. Ihre Durchgabe war immer noch ziemlich bedächtig, ihre Stimme recht leise. Auf die gleiche Weise fuhr sie um 22:08 Uhr fort.)

Eure Ebene stellt ein Trainingsgelände dar, auf dem die Manipulation von Energie geübt werden soll. Eure Ebene scheint aufgrund von Ursache und Wirkung zu funktionieren, aber dies selbst ist wiederum eine notwendige Camouflage. In Wahrheit gibt es Ursache und Wirkung, so wie ihr sie versteht, nicht. Es gibt nur Spontaneität. Während einer bestimmten Zeitspanne müsst ihr so erzogen werden, als ob es Ursache und Wirkung gäbe, damit als Ergebnis der Spontaneität nicht ein Chaos entsteht. Diese Aussage mag widersprüchlich erscheinen, aber später werdet ihr sehen, dass dem nicht so ist.

Jetzt, da wir die Bedeutung einer Gewebekapsel kurz besprochen haben, werde ich ein wenig näher auf den siebten inneren Sinn eingehen. Dieser Sinn ermöglicht es der Gewebekapsel, sich auszudehnen oder zusammenzuziehen. Theoretisch gibt es weder für das Ausmaß der Expansion noch für die Kontraktion eine Grenze, aber in der Praxis bestehen für gewöhnlich eindeutige Grenzen.

(Jetzt begann Jane, als Seth, mit einer äußerst unterhaltsamen Aufführung. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich Jane nüchtern, ruhig und würdevoll gegeben. Jetzt aber zeigte sie ein breites Grinsen. Oftmals beugte sie sich lächelnd über meinen Schreibtisch, um einen Punkt besonders zu betonen. Es schien, als ob sie sich selbst sehr gut unterhalte. Ihre Augen waren sehr dunkel. Der eigentliche Ton ihrer Stimme nahm jetzt einen amüsierten Klang an. Schon in der letzten Sitzung habe ich Janes fröhliches Gebaren beobachten können, aber dieses Mal hielt dieser Gefühlsausdruck viel länger an. Jetzt klopfte sie auf meinen Schreibtisch)

Ich möchte hier nur kurz etwas andeuten. Denkt euch mal zum Spaß die sich ausdehnende Gewebekapsel unter dem Aspekt oder in Verbindung mit der Theorie eures expandierenden Universums. Eine solche Betrachtung sollte eine ausgezeichnete Übung sein. Das sollte euch ziemlich aufrütteln und ich hoffe, ich werde mal reinschauen können, wenn ihr gerade dabei seid zu versuchen, damit umzugehen.

(Erneut ein breites Grinsen.)

Ich werde euch das erklären, aber erst zu einem viel späteren Zeitpunkt. Ihr müsst euch auch darüber im Klaren sein, dass das, was ihr als Reisen im Weltraum betrachtet oder erlebt, eine weitere Camouflage darstellt. Sogenanntes Reisen im Weltraum ist eine Vorstellung, die nur auf eurer Ebene Sinn macht. Ich habe mir diese Häppchen für heute Abend aufgehoben.

(„Das habe ich bemerkt." Sie lächelte erneut und klopfte abermals auf den Schreibtisch.)

Vielleicht kann euch eine erneute Lektüre des Materials über die fünfte Dimension dabei helfen und an einem der folgenden Tage werden wir diese Diskussion weiterführen. Tatsächlich wird euch der Gebrauch der inneren Sinne überall dorthin bringen, wohin ihr wollt. Unter diesem Aspekt ist die Vorstellung eines Ziels lächerlich. Alle Orte sind ein Ort. Ihr seid es, welche die Trennungen und Aufteilungen vornehmen. Das ist der Grund, wieso ich eure fliegenden Untertassen so komisch finde.

(„Komisch?“)

Komisch darum, weil ihr sie als Vehikel betrachtet, die durch euren eigenen Camouflage Weltraum reisen. Jegliche Vehikel würden durch ihren eigenen Camouflage Weltraum reisen und in einigen Fällen tun sie das auch sogar jetzt im so genannten Weltraum, der von eurem irdischen Universum eingenommen wird.

(Erneut lehnte sich Jane über meinen Schreibtisch. „Was ist so komisch?")

Gegenüber meinem Schreibtisch stand ein Schaukelstuhl, in den sich Jane jetzt setzte. Sie lachte. Sie hatte einen fröhlichen Blick. Sie nippte an einem kleinen Glas Wein, während sie diktierte. Das war eines der wenigen Male, dass ich erlebte, dass sie sich bei einer Sitzung hinsetzte.)

Ich lache, weil sie - mit euren Worten ausgedrückt - durch den innersten Kein von dem fliegen, was ihr als die solide Erde bezeichnet, die für sie aber überhaupt nicht solide ist. Und in einigen Fällen werdet ihr bei euren Versuchen mit Weltraum Reisen durch das hindurchfliegen, was die Bewohner einer anderen Ebene als ihre eigene, besondere "Solidität" in Anführungszeichen betrachten und ihr werdet den Unterschied niemals bemerken.

Das soll jetzt aber nicht heißen, dass sich irgendein stationärer Körper nicht auf einer anderen Ebene materialisieren könnte. Und wenn er das tut, dann muss er sich notwendigerweise auf irgendeine Art mit den Konstruktionen oder Camouflagen der speziellen Ebene, die er zu betreten versucht, umgeben. Dies setzt ein hohes Niveau innerer Entwicklung voraus.

Ihr könnt innerhalb eueres eigenen Camouflage Universums reisen oder es wird euch möglich sein, das zu tun. In diesem gibt es noch andere intelligente Wesen und sie sind auf eurer eigenen Ebene. Um der Einfachheit willen nennen wir diese Art des Reisens das Reisen entlang einer horizontalen Ebene.

(Jetzt erhob sich Jane und ging erneut umher.)

Sind deine Finger müde?

("Nein.")

Die Passagiere der fliegenden Untertassen stammen nicht von eurer Ebene. Ich habe die Schwierigkeiten, welche die Form mit sich bringt, schon erwähnt. Ihr müsst bei all den Diskussionen in dieser Richtung in Erinnerung behalten, dass eure physikalischen Konstruktionen, außer auf eurer Ebene, ganz einfach nicht existieren. Andere Konstruktionen völlig unterschiedlicher Natur existieren simultan mit euren eigenen, aber ebenfalls auf etwas, das ihr eine horizontale Ebene nennen könnt. Doch ihr werdet diese Konstruktionen niemals in einem Raumschiff finden.

Aus Mitgefühl für deine Camouflage Finger lass ich dich jetzt eine Pause machen. Ich genieße es wirklich immer wieder, dich zu überraschen.

(„Freut mich, dass dir das so viel Spaß macht.")

Ich bin heute Abend in guter Form.

(Pause um 10:32 Uhr. Jane befand sich dieses Mal in ihrem üblichen Trancezustand. Man beachte auch die 16. Sitzung mit der Abhandlung Seths überfliegende Untertassen und ihre Schwierigkeiten mit der Form.

(Jane sagte, dass sie während des obigen Monologs von Seth auch ein mentales Bild empfangen habe. Es stellte sich als eine Abfolge von Kreisen dar, die von ihr selbst ausgingen. Unsere Ebene ist ein solcher Kreis; und zu dem Zeitpunkt, an dem wir uns auf ihm befinden, ist es uns unmöglich, ihn zu verlassen und einen anderen zu betreten. Sie sagte, sie habe auch das Gefühl, dass die Art dieses Materials irgendetwas mit psychologischer Zeit zu tun habe, aber wiederum nicht mit einer Art Zeitgewinn. Sie meinte, Seth würde nach der Pause darüber sprechen. Auch für sie fühlte sich das breite Grinsen anders als gewöhnlich an, Jane sagte, dass sie Seths Emotionen während dieser Durchgabe richtig gefühlt habe und fügte hinzu, dass Seth von sich selbst glaube, er wäre clever. Sie sagte, ihre Finger fühlten sich ein wenig dicker an, aber als wir sie untersuchten, konnten wir keinen Unterschiedfeststellen. Dieses Gefühl betraf vor allem ihre rechte Hand und hier besonders den Zeigefinger. Als Jane sich in dieser Pause entspannen konnte, fühlte sie sich etwas erschöpft und sagte, sie brauche eine etwas längere Ruhezeit. Als sie wieder zu diktieren begann, war ihre Stimme normal. Weiter um 22:43 Uhr)

Ich spreche nur in Begriffen von vertikal und horizontal, um die Dinge für euch einfacher zu machen. Soweit es das kurz vorher erhaltene Material betrifft, so habe ich Ruburt sozusagen auf der Vertikalen hereingelassen. Von seiner Seite aus hat er eine unmittelbare Erfahrung meiner emotionalen Vitalität gemacht.

Nochmals: Es findet hier keinerlei Invasion von mir in Ruburt hinein statt, vielmehr handelt es sich um eine Ausdehnung auf Ruburts Seite, um Raum für diese Erfahrung zu schaffen. Es ist keine Verminderung, sondern eine Ausdehnung des Selbst, sodass das Selbstbewusstsein nicht nur Selbsterfahrung, sondern auch unabhängige Selbsterfahrung (wie ihr dieses andere nennen könnt) umfasst also einen Wert, der üblicherweise in euren gewöhnlichen Verhaltensmustern fehlt.

(Erneut lehnte sich Jane über meinen Schreibtisch, um das Material zu betonen. Ihre Durchgabe war sehr bedächtig und behutsam.)

Dieser Wert oder diese besondere Ausdehnung des Selbst, um eine andere Selbsterfahrung umfassen zu können, ist eine der Eigenschaften, die durch das Anwenden der psychologischen Zeit erwartet werden kann. Es handelt sich um eine Eigenschaft, die sowohl von eurer physischen Zeit als auch von eurer Uhrzeit unabhängig und frei ist. Erinnert euch an den Unterschied zwischen der physischen Zeit und der Uhrzeit ich habe ihn euch dargelegt.

Dieser Wert oder diese Eigenschaft liegt einfach jenseits der Grenzen eurer Camouflage (unterstreich das) Existenz. Es gibt zwar keinen Camouflage Messstab, mit dem sie gemessen werden kann und doch wird Ruburt bestimmt bezeugen, dass es sich um eine erstaunliche, gültige und unvergessliche Erfahrung handelt. Ich werde das in unseren Sitzungen jetzt öfters in den Vordergrund treten lassen, da es äußerst wertvoll ist. Wie andere psychologische Erfahrungen kann auch diese Eigenschaft nicht mit euren Worten ausgedrückt gemessen werden und macht doch einen so bemerkenswerten Eindruck auf das davon betroffene Individuum.

Nun würde ich gerne einige Bemerkungen im Zusammenhang mit den inneren Sinnen machen.

Zunächst sei gesagt, dass sowohl das Experimentieren und auch das Interesse, so weit es wie ihr das nennt ASW betrifft, auf eine äußerliche Art wachsen wird. Eure nächsten bedeutungsvollen Entdeckungen werden in dieser Richtung sein, aber nicht in unmittelbarer Zukunft. In eurem Camouflage Universum werdet ihr, was Weltraumreisen betrifft, durch das hierbei mitspielende Zeitelement im Camouflage Universum selbst stark behindert. Mit euren Worten ausgedrückt bedeutet dies, dass es einfach zu lange dauert, um dorthin zu gelangen, wohin ihr wollt.

Wissenschafter werden nach einfacheren Methoden zu suchen beginnen, und glaubt es oder glaubt es nicht die erste wirklich wichtige Entdeckung wird von einem orthodoxen Wissenschafter aus purer Verzweiflung gemacht werden. Die Wissenschaftskreise sind sogar schon jetzt gezwungen, die Möglichkeit von Telepathie als ein Mittel der Kommunikation in Betracht zu ziehen und mehr und mehr werden sie in diese Richtung gezwungen werden.

Es ist sehr gut möglich, dass ihr vielleicht (unterstreich das) bei dem landet, was ihr als Weltraumreise beabsichtigt, um dann nur zu entdecken, dass ihr auf eine andere Ebene „gereist“ (in Anführungszeichen) seid. Aber am Anfang werdet ihr den Unterschied nicht bemerken.

Material wie dasjenige, das ich euch hier gebe, wird sehr wichtig sein.
Ich würde gerne eine kurze Bemerkung zu Ruburts Versuchen mit dem Pendel machen.

Bei ernsthaften Angelegenheiten, die eure gegenwärtige Zeit betreffen und was in einem bestimmten Moment geschieht, kann auf das Pendel als einen Übermittler gültiger, vom Unterbewusstsein herstammender Informationen gezählt werden.

Für andere Dinge ist zum jetzigen Zeitpunkt ein leichter Hypnosezustand und ein sehr behutsames Formulieren von Fragen notwendig. Das Pendel reagiert auf die unbewusste, muskuläre Sprache und übermittelt Antworten, die vom Unterbewusstsein stammen. Wir haben es mit viel tiefer gehenden Dingen zu tun. Ruburts Unterbewusstsein ist von allein ganz einfach nicht fähig, zu dem Wissen zu gelangen, das ihr in unseren Sitzungen erhaltet.

(An dieser Stelle lachte Jane.)

Ich schlage eine kurze Pause vor. Und wenn ihr eure Küche vergrößert, dann hoffe ich, dass ihr auch ein Fenster bekommt, das den Fluss überschaut. Das ist bis jetzt eine ausgezeichnete Sitzung gewesen.

(Pause um 23:07 Uhr. Jane klopfte auf meinen Schreibtisch, um die letzte Zeile ihrer Durchgabe zu betonen. Sie war in der üblichen Trance gewesen. Sie sagte, dass sie während der letzten beiden Monologe völlig weggewesen sei; sie konnte sich weder an ihr Umhergehen, noch ans Rauchen, Trinken etc. erinnern. Sie erzählte, dass sie gerade dann, als die Durchgabe zu Ende war, ein weiteres mentales Bild empfangen habe. Dieses Mal sah sie sich selbst in der vergrößerten Küche, wie sie durch eine Art horizontales Fenster auf den Fluss hinaussah.

Sie erzählte weiter, dass sie den Rücken ihrer eigenen Gestalt habe sehen können, als sie so vor dem Fenster stand, sie sagte, sie sei Seth gewesen, der sie betrachtete. Ich bemerkte, dass diese Sitzung voller Aktivität gewesen sei. Jane nahm das Diktat mit normaler Stimme um 23:15 Uhr wieder auf.)

Auf einer anderen Werteskala hole ich die letzte Sitzung wieder völlig auf. Es ist sehr gut möglich, dass ihr hie und da eine Erholungsphase nötig habt und wenn das der Fall ist, werdet ihr sie auch erhalten. Aber vorläufig wird das nicht die Auslassung von Sitzungen bedeuten, sondern vielmehr deren Kürzung. Jetzt geht es euch gerade äußerst gut. Ruburt hatte übrigens Recht. Ich hatte vorgehabt, euch nach Abschluss der ersten dreißig Sitzungen eine Woche Ferien zu geben. Ihr habt jedoch nicht darum gebeten und ihr schient Ferien auch gar nicht nötig zu haben, was ich mir zu Nutzen machte.

(Wiederum lachte Jane.)

(„Oh.")

Wie ihr von eurer eigenen Arbeit her wisst, sind Konditionierung und Regelmäßigkeit wichtig. Ich freue mich über deinen Portrait Preis, Joseph, denn der Preis sollte dir die Tatsache klar machen, dass gute Arbeit anerkannt wird und dass die Menschheit in ihrer Gesamtheit trotz ihrer persönlichen und unglücklichen Unzulänglichkeiten gute Arbeit immer noch anerkennt, was du ihr hoch anrechnen solltest.

(Erneut klopfte die lächelnde Jane auf meinen Schreibtisch)

Falls es Dummheit, Ignoranz und idiotischen, unbegründeten Stolz und Rationalisierungen gibt was auch der Fall ist , so gibt es wenigstens gelegentlich trotzdem auch gute Absichten und Anerkennung. Ich weiß, dass ihr euch der Gefahren bewusst seid, welche die Projektion eurer eigenen Ängste und Unsicherheiten auf andere nach sich ziehen kann. Vielfach besteht eine gerechtfertigte Tendenz, sich als nicht genügend geschätzt zu fühlen und daher nach Möglichkeiten zu suchen, um diesen Mangel an Wertschätzung zu beweisen, sodass er dann oft fälschlicherweise auf Bemerkungen oder Taten anderer bezogen wird. Oft sind solche Bemerkungen und Taten das Resultat der Ignoranz jener anderen Person und gar nicht wirklich auf euch persönlich gerichtet.

Was deine Arbeit betrifft, so hat Ruburt in der Vergangenheit sehr empfindlich darauf reagiert und in diesem Jahr hat er einige Fortschritte gemacht. Zwar ist es nötig, auch weiterhin auf der Hut zu sein, aber es ist sicher nicht mehr nötig, aufzurüsten.

Übrigens ist es durchaus möglich, dass du und Ruburt und seine Freundin in der Galerie und ihr Ehemann gute Freunde werdet, aber es wäre absolut davon abzuraten gewesen, dass ihr in ihre Wohnung zieht. Ihr beide habt die Frau schon zuvor gekannt und dies unter unerfreulichen Umständen. Als Mieter wärt ihr mit ihr äußerst unzufrieden gewesen.

Einst nahm sie eine dir unterstellte Position ein, Joseph, und ohne zu wissen warum, wäre sie euch gegenüber als Vermieterin sehr herrschsüchtig aufgetreten. Im Verhältnis, dass zwischen ihr und Ruburt in der Galerie besteht, ist Ruburt in der Hierarchie stillschweigend über ihr und da besteht auch kein Problem. Ein freundschaftliches Verhältnis wäre ausgezeichnet, da sie viel davon profitieren könnte und ihr beide würdet aus der Hilfe, die es euch möglich wäre, ihr zu geben, Nutzen ziehen.

(Jetzt saß Jane wieder gegenüber meinem Pult im Schaukelstuhl. Breit grinsend, mit dunklen Augen und am Weinglas nippend, lehnte sie sich nach vorn, um auf den Schreibtisch zu klopfen.)

Sie arbeitete auf einem deiner Bauernhöfe in Dänemark. Sie war wenn ihr mir diesen Ausdruck verzeihen mögt keine Schönheit und zu jener Zeit warst du nicht gerade jemand, der bei seinen Frauen nach geistigen Werten suchte. Das nahm sie dir sehr übel. Auch deinen Sohn mochte sie nicht.

(„Und wer war das?")

Ruburt war dein Sohn, wie du nur allzu gut weißt. Und er war Maler, sodass die Kunstgalerie als Ort für das Zusammentreffen von Ruburt und dieser Frau eine Ironie ist.

(Jane begann wieder umherzugehen)

Ich könnte ohne weiteres noch fortfahren. Die Geschichte fasziniert mich.

(„Mich auch.")

Auch einige urkomische Vorfälle spielen hier eine Rolle. So zum Beispiel, als du du alter Halunke die Geliebten deines Sohns übernahmst, sobald sich dir die Gelegenheit dazu bot; allerdings bekamst du diese Gelegenheit nicht allzu oft. Da gab es auch noch die Fälle, bei denen du dir die Miete fleischlich bezahlen ließest, wenn nicht bar bezahlt werden konnte.

(Ich lachte. Auch Seth Jane amüsierte sich sehr. Seth hat schon oft über mein Leben in Dänemark um 1600 als eine den fleischlichen Gelüsten zugetane Existenz gesprochen und dabei auch gesagt, dass sein eigenes Leben nicht viel besser gewesen sei. In den vorhergehenden Sätzen äußerte er sich bis jetzt am eindeutigsten über die Dinge, die dort geschehen sind. Er hat auch gesagt, dass er mit Jane und mir noch viel Spaß haben würde, wenn er uns von jenen Leben erzählt. Zweifelsohne wird das auch so sein.)

Wenn ihr möchtet, dann werde ich die Sitzung beenden. Andernfalls macht eine kurze Pause. Und lasst mich euch noch dazu gratulieren, dass wir heute Abend eine ganze Sitzung geschafft haben. Triev war ein hübscher Ort.

(„Wie groß war er?")

(Man beachte die 2. Sitzung.)

Ungefähr 5000. Eigentlich zwischen 5000 und 15 000 nicht mehr als 15 000. Möchtet ihr die Sitzung beenden?

(„Ich denke ja. Ich möchte zwar nicht, aber ich glaube, es wäre besser. Jane wird müde.")

Alles zu seiner Zeit und ihr könnt mir glauben, dass wir eine wirklich gute Zeit miteinander verbringen werden. Übrigens ist Ruburt nicht schwanger. Füge dies den Aufzeichnungen bei oder nicht, ganz wie du möchtest.

Die übliche jahreszeitliche Beeinflussung mit den für sie normalen chemischen Schwankungen plus der Anruf deiner Mutter, die Schwangerschaft der Nichte und deine Hilfe brachten diese Umstände mit sich. Übrigens meine ich mit Hilfe deinen Ärger über die Kinder. Er vergrößerte Ruburts heimliche Hoffnungen auf eine größere Wohnung und zerschlug sie dann wieder und ließ dadurch seinen Groll entstehen. Du vergisst, dass Ruburt Janes erster Impuls immer ist, gleich zu handeln. Das ist einer seiner wichtigen Charakterzüge. Aus diesem Grund wäre der vermehrte Gebrauch des Hinterzimmers und sogar die Arbeiten an der Küche von Vorteil. Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass er das Gefühl braucht, die Ecke in deinem Zimmer gehöre ihm allein.

(Jane lachte.)

Ich könnte hierzu noch mehr sagen, was ich aber nicht tun werde.

(„Und ich getraue mich nicht zu fragen.")

Nun, so beende ich mit Bedauern die Sitzung. Meine müden Äuglein, ich wünsche euch ganz herzlich eine gute Nacht. Auf meine Art hatte ich Spaß mit euch.

(„Gute Nacht, Seth.")


Robert Butts hatte einige Jahre nach Janes Tod, den er trotz Seths Informationen nur schwer überwinden konnte, neu geheiratet. Er lebte die anschließenden Jahre mit seiner neuen Ehefrau Laurel weiterhin in Elmira, New York, und arbeitete bis zu seinem Tode an der Publikation unveröffentlichter Sitzungen. Robert F. Butts starb am 26. Mai 2008.




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